Die Handlungsfelder des CCC-N

Um die vielfältigen Anforderungen und Aufgaben eines Onkologischen Spitzenzentrums in Krankenversorgung, Forschung, Lehre, sowie Aus- und Weiterbildung zu strukturieren, hat das Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) vier Handlungsfelder und drei Querschnittsfelder definiert. Diese werden an den beiden Standorten UMG und MHH sowie mit den Kooperationspartnern in enger Abstimmung umgesetzt. 

Handlungsfeld 1 „Translationale Forschung“

Ziel translationaler Forschung es, die Zeit zwischen der Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren und der Bereitstellung für Krebspatient*innen möglichst kurz zu halten. Dabei ist die enge Zusammenarbeit von Mediziner*innen, Naturwissenschaftler*innen und Forscher*innen verschiedener Fachbereiche besonders wichtig. Schwerpunkt des Handlungsfelds 1 „Translationale Forschung“ ist daher, die standortübergreifende onkologische Forschungsinfrastruktur und wissenschaftliche Vernetzung innerhalb des CCC-N voranzutreiben. 


Das Handlungsfeld umfasst vier Arbeitsgruppen:
-    AG Biobank 
-    AG Molekulares Tumorboard  
-    AG Bildgebung und bildgestützte Interventionen
-    AG Translationale Forschung  


Besondere Forschungsschwerpunkte des CCC-N sind:
-    Genomdynamik und Immunregulation bei Behandlungsresistenz
-    Infektion und Krebs
-    Stratifikationsbasierte Therapie, z.B. anhand molekularer Marker
-    Versorgungsforschung, palliative und psychosoziale Forschung
-    Bildgebung und bildgestützte Interventionen in der Onkologie.
 

Handlungsfeld 2 „Klinische Studien und Regionale Studiennetzwerke“

Das Handlungsfeld 2 „Klinische Studien und Regionale Studiennetzwerke“ fokussiert sich auf alle Themen rund um die Planung, Finanzierung und Durchführung von klinischen Studien in Niedersachsen. Ziel des Handlungsfelds ist, die Anzahl, Qualität und Rekrutierung der klinischen Studien  im CCC-N zu erhöhen und allen Krebspatient*innen in Niedersachsen den Zugang zu klinischen Studien zu vereinfachen. Dabei wollen wir vor allem Studien vorantreiben, die durch die Forschenden an unseren Standorten in eigener Verantwortung (sog. Investigator-initiated Trials) durchgeführt werden. An beiden CCC-N Standorten, UMG und MHH, befinden sich Studienzentren, die diese Aufgaben koordinieren. Aufgabe des Handlungsfeldes ist es, die Prozesse der Standorte zu harmonisieren, regionale Studiennetzwerke zu gründen und zu erweitern sowie die Zusammenarbeit zwischen Maximalversorgern, Akut- und Schwerpunktkrankenhäusern und niedergelassenen Ärzt*innen zu intensivieren. 


Eine gemeinsame digitale Studienplattform informiert Patient*innen und Ärzt*innen zu allen laufenden oder geplanten klinischen Studien an den einzelnen Standorten des CCC-N sowie zu den jeweiligen Ansprechpartner*innen. 
 

Handlungsfeld 3 „Qualitätsoffensive Niedersachsen des CCC-N®“

Die 2019 gegründete Qualitätsoffensive Niedersachsen des CCC-N® stellt eine interdisziplinäre Plattform für alle Kooperationspartner des CCC-N dar und adressiert alle Themen der multidisziplinären klinischen Versorgung. Dazu gehören:
-    Tumorboards
-    Kardioonkologie
-    Prävention
-    Immunonkologie
-    Cancer Survivorship
-    Supportivtherapie (unterstützende Therapieverfahren, z.B. Ernährung, Schmerztherapie, Sport)
-    Onkologische Fachpflege
-    Psychoonkologie
-    Palliativmedizin
-    Integrative Onkologie und komplementäre Medizin
-    Qualitätsmanagement
-    Zertifizierungen
-    Dokumentation und Krebsregister
-    Patientensicherheit.


Zentrale Aufgabe des Handlungsfeldes ist es, die Behandlungsprozesse an den Standorten UMG und MHH entsprechend nationaler Qualitätsstandards zu harmonisieren. Die Sichtbarkeit und Erreichbarkeit der Angebote sollen sowohl für Patient*innen als auch für Ärzt*innen und medizinisches Fachpersonal kontinuierlich verbessert werden. Ziel es ist, Menschen mit Krebserkrankungen in Niedersachsen eine ganzheitliche Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau anzubieten. Hierfür arbeiten die verschiedenen zugehörigen Fachdisziplinen eng zusammen. 
 

Handlungsfeld 4 „OnkoAkademie des CCC-N®“

Das Handlungsfeld 4 umfasst die OnkoAkademie des Comprehensive Cancer Center Niedersachsen®. Die Akademie verfolgt ein ganzheitliches Bildungskonzept und führt dafür unter Anderem die bestehenden Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramme sowie Förderungsprogramme in der Onkologie in Niedersachsen zusammen. Die OnkoAkademie richtet sich an:
-    Patient*innen und interessierte Öffentlichkeit
-    Medizinisches Personal
-    Wissenschaftliches Personal
-    Studierende.
 

Querschnittsfelder - Digitalisierung, Outreach, Patient Empowerment

Die vier Handlungsfelder werden ergänzt durch drei Querschnittsfelder, die alle Handlungsfelder gleichermaßen betreffen: Digitalisierung, Outreach und Patient Empowerment.


Für die Harmonisierung der Prozesse und Optimierung der Versorgung in einem Flächenland wie Niedersachsen sind digitale und virtuelle Optionen unerlässlich. Der kontinuierliche Ausbau der Digitalisierung sowohl im klinischen Alltag, als auch in der Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit stellt damit eine stetige und nur im multidisziplinären Team zu lösende Herausforderung dar. 


Der Begriff „Outreach“ umfasst alle Aktivitäten, die die Kooperationspartner aktiv im CCC-N einbinden, und so die Zusammenarbeit im CCC-N intensivieren. Wesentliches Ziel ist die Reduzierung der regionalen Unterschiede in Niedersachsen bei Zugang zu qualitätsgesicherter Krebsmedizin in alle Facetten der Versorgung. Dazu gehören beispielsweise der Ausbau regionaler Studiennetzwerke, gemeinsame Workshops und Fortbildungsreihen sowie Unterstützungsangebote für regionale Partner.


Mit „Patient Empowerment“ ist die aktive Einbindung von Patient*innen in die verschiedenen Prozesse und Strukturen der Forschung und Versorgung sowie deren Stärkung im Rahmen der gemeinsamen Entscheidungsfindung („Shared-Decision-Making“) gemeint. Hierfür wurde an beiden Standorten ein Patientenbeirat eingerichtet. Dieser hat eine beratende Funktion hinsichtlich der Ausgestaltung der Leistungs‐ und Informationsangebote und soll Verbesserungspotentiale in den Zentren aufzeigen. Darüber hinaus wurde in beiden Zentren eine Patientenvertretung in die Organisationsstruktur integriert, die unter anderem Mitspracherechte in den Vorständen der Krebszentren hat und des CCC-N hat.

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